Ein Rechtsstaat definiert sich durch seine Bindung an das Recht. Er verspricht, dass Macht nicht willkürlich ausgeübt wird, dass Verfahren fair sind, dass jeder Mensch vor dem Gesetz gleich steht.
Doch was geschieht, wenn dieser Rechtsstaat in den Spiegel schaut? Wenn er seine eigenen Maßstäbe an sich selbst anlegt?
Der Spiegel zeigt nicht immer das Bild, das man erwartet. Er zeigt die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Er zeigt Verfahren, die im Verborgenen stattfinden. Entscheidungen, die ohne echte Überprüfung getroffen werden. Institutionen, die sich selbst schützen statt die Menschen, denen sie dienen sollen.
Wer den Spiegel vorhält, wird oft als Störer wahrgenommen. Dabei ist die Bereitschaft, sich selbst ehrlich zu betrachten, das Fundament jeder legitimen Ordnung.
Ein Rechtsstaat, der sich nicht hinterfragen lässt, hat aufgehört einer zu sein.